Pressemitteilung

Gewalttätiges Vorgehen der Flensburger Polizei gegen Ruhestörung
Für Machtmissbrauch und Gewaltfetische darf es in der Polizei keinen Platz geben.

In der Nacht vom 31.Mai auf den 1.Juni kam es zu einer Ruhestörung in einer Wohngemeinschaft, die unserem Jugendverband sehr nahe steht. Der 24-jährige Bewohner Björn H. gehört seit 2007 dem SprecherInnenrat der Fördebande an.
Die Flensburger Polizei nahm diese Störung zum Anlass die Wohnung aufzubrechen, gegen die drei Bewohner körperlich anzugehen und diese anschließend in Gewahrsam zu nehmen. Der Einsatz der Polizei verlief dabei so brutal, Würde raubend und verhältnismäßig absolut unangemessen ab.
Die Polizei stürmte in Sekundenschnelle mit sieben behelmten Beamten das Treppenhaus hinauf, zerschlug dabei eine Überwachungskamera und brach die Wohnungstür auf. Von den Bewohnern ging während des gesamten Übergriffs keine Gewalt aus. Trotzdem ging die Polizei massiv gegen die Bewohner vor:
• Björn H. wurde durch etliche Faust- und Schlagstockhiebe so stark traktiert, dass sein Körper nun mit schweren Hämatomen übersät ist.

• Ein zweiter wehrloser Bewohner legte sich gleich zu Boden als er die Polizei anstürmen sah. Dennoch wurde er mit Schlägen überzogen.

• Auf der Polizeiwache wurde die Bewohner halbnackt schikaniert und durch völlig unangebrachte Aussagen der Beamten persönlich gedemütigt.

• Ein Bewohner wurde dort grundlos mit dem Kopf an die Wand geschlagen, so dass es zu einer blutenden Wunde kam.

Um auf den Vorfall aufmerksam zu machen, hat sich die Fördebande am Donnerstagabend an einer einstündigen „Mahnwache gegen Polizeibrutalität und Willkür“, getragen von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, vor der Polizeistation Norderhofenden beteiligt. Rund 80 GewerkschaftlerInnen und KollegInnen, Kommunalpolitiker, KommilitonInnen, MitschülerInnen und FreundInnen nahmen an diesem spontanen Protest teil. Durch Plakate und Schilder drückten wir unsere strikte Ablehnung gegen das unerträgliche Polizeiverhalten aus.

Wir meinen, dass dieser Vorfall bekannt gemacht werden muss und werden auch weiterhin unsere Forderungen in die Öffentlichkeit tragen, bis sie Gehör finden:

Für eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Polizeieinsatz!

Für eine intensive Überprüfung der beteiligten Beamten!

Für empfindliche disziplinarische Konsequenzen!

Für öffentliche Solidarität mit Opfern von Polizeiübergriffen!

Die Fördebande